Es begab sich zu einer Zeit, als die Kaufleute und Händler noch mit Pferden
und Kutschen in die großen Städte reisten, um Ihre Handelsgeschäfte
zu erledigen.
Die Straßen und Wege waren nicht die besten und Schilder waren selten.



Zu dieser Zeit machte sich der ( noch ) reiche Kaufmann Graf von Luxemburg auf,
um einige Geschäfte im fernen Frankfurt zu erledigen. Er nutzte die mittelalterliche
Handelsstraße von Köln in den Süden.



Es war Sommer, das Wetter schön und er der anstehenden Geschäfte wegen, guter Dinge.
So zog er durch das Land Richtung Frankfurt. Unterwegs geriet er in ein heftiges Unwetter, das ihn kurz vor dem Ziel vom richtigen Weg abkommen lies.
So geriet er von der Handelsstraße der er eigentlich folgen wollte in ein kleines, verträumtes Städtchen namens Stierstadt.

Die Bürger dieses kleinen Nestes begrüßten ihn, wie auch heute noch üblich, gastfreundlich und da Ihm der Ort gefiel, beschloss der edle Herr aus dem fernen Luxemburg dort zu übernachten um am nächsten Tag bei besserem Wetter weiter zu reisen.

In dem Ort liefen die letzten Vorbereitungen für ein großes Fest, und als die Leute sich nach getaner Arbeit zusammen setzten gesellte er sich dazu, trank und sang mit ihnen. Zu später Stunde, es war Donnerstag, machte er mit den Männern das ein oder andere Spielchen bei dem das Glück ihm nicht immer hold war, doch wurde kräftig getrunken, gegessen und gesungen.

Dieser Abend gefiel dem Grafen so gut, dass er noch drei weitere Tage in Stierstadt blieb und mit den Einheimischen ihr Fest feierte, wobei er sein ganzes Hab und Gut mit dem er in Frankfurt Geschäfte machen wollte verjuxte.

Und als er kein Geld mehr hatte, versetzte er auch noch, um weiter mitfeiern zu können seine edlen Grafengewänder, und zwar alles, bis auf seine Unterhose.

Diese Begebenheit wird noch heute von den Stierstädter Kerbeburschen am Kerbe - Montag im Festzelt in Form des " Graf von Luxemburg " in lebhafte Erinnerung gerufen und bildet einen wichtigen Stein in der Stiertädter Kerbe Tradition.

Glaubt es oder glaubt es nicht , aber so war es ...... und da wir nicht gestorben sind so lebt der Graf noch heute .......